Trump provoziert nato – grönland als trumpfkarte?
Ankara – Bundesaußenminister Johann Wadephul hat die Nato-Zusammenkunft in Ankara als „irritierend“ bezeichnet, räumt aber gleichzeitig ein, die Beschlüsse des Gipfels zu unterstützen. Die teilweise scharfen Kritikpunkte des US-Präsidenten Donald Trump bezüglich der Alliierten seien „irritierende Bemerkungen“ gewesen.
trump droht mit handelsabbruch und grönland-abzug
Trump äußerte sich während der Zusammenkunft „sehr verärgert“ über die Verbündeten, insbesondere über die Haltung Dänemarks bezüglich der Nutzung von Stützpunkten in Grönland. Er drohte mit dem sofortigen Abbruch aller Handelsbeziehungen mit Spanien, sollte Madrid der US-Armee weiterhin die Nutzung von militärischen Einrichtungen verweigern. Einem Air Force One-Kommentar zufolge hängt ein weiterer Truppenabzug aus Europa offenbar auch an einer Einigung über Grönland.
Der US-Präsident scheint also nicht nur Truppen abziehen zu wollen, sondern auch die Kontrolle über das strategisch wichtige Territorium zu übernehmen. Wie Bundesaußenminister Wadephul betonte, hat die Nato in Ankara gezeigt, dass sie die Ukraine weiterhin massiv unterstützt und neue Rüstungsprojekte sowie Kooperationen initiiert hat. Die Reaktion Trumps, die von einer möglichen Übernahme Grönlands bis hin zu einem Handelsstreit mit Spanien reicht, wirft Fragen nach der Geschlossenheit der Nato auf.

dänemark lehnt forderung nach grönland ab
Dänemarks Regierungschefin Mette Frederiksen wies die Forderung Trumps nach einer Übernahme Grönlands scharf zurück. Die Insel sei ein integraler Bestandteil des Königreichs und ihre Sicherheit sei Dänemark überlassen. Die Nato-Zusammenkunft in Ankara, trotz Trumps provokanten Auftreten, hat somit eine deutliche Unterstützung für die Ukraine signalisiert und die strategische Bedeutung der Allianz unterstreicht – zumindest bis zu den neuen, unvorhergesehenen Wendungen.
Die Situation ist angespannt und die kommenden Tage werden zeigen, ob Trump seine Drohungen auch durchsetzen kann. Die Nato-Führung versucht, die Fassung zu wahren, während die geopolitischen Auswirkungen der Trump-Politik weiterhin spürbar sind.
