Tierpark abensberg: ein zirkus der andersartigkeit – von ziegen mit down bis zum albino-känguru
Abensberg (Bayern) – Nicole Hoffmeister, Betreiberin des einzigartigen Tierparks in Abensberg, kämpft mit einem Gefühl der Unverständlichkeit. „Kann man ein Tier wirklich von seinem Leid befreien?“, fragt sie empört. Ihr Tierpark ist mehr als nur ein Streichelzoo – er ist eine Arche Noah für Tiere, die anders sind, eine Inklusions-Einrichtung, die in Deutschland ihresgleichen sucht.“
Einzigartige bewohner: von downy bis zum eisbär
Der Park beherbergt rund 200 heimische Tiere, darunter drei majestätische Adler. Doch es sind die außergewöhnlichen Fälle, die den Tierpark auszeichnen. Downy, eine Ziege mit einer genetischen Besonderheit, die an das Down-Syndrom beim Menschen erinnert, ist das Herzstück des Parks. Sie ist ein absoluter Renner bei den Kindern und brachte kürzlich sogar ein gesundes Böcklein zur Welt. Auch Lama Tammy, die ohne Oberkiefer geboren wurde, ist ein beeindruckendes Beispiel für Anpassungsfähigkeit und Lebensfreude. Ihre Geschichte mit ihrem Ehepartner Alfonso und dem gemeinsamen Sohn Tatütata, benannt nach einem vorbeifahrenden Polizeiauto, ist einzigartig.
Der Schwanendame Billy, die nach einem Autounfall einen verwachsenen Flügel besitzt, und das einarmige Känguru ‚Eisbär‘, dessen ungewöhnliche weiße Färbung auf ein Albinoismus zurückzuführen ist, ergänzen das bunte Ensemble. Hoffmeister betont, dass es sich um eine echte Gemeinschaft handelt, in der jedes Tier seine eigene Geschichte und seinen eigenen Wert hat.

Ein schutz vor der grausamkeit der tierwelt
„Die Tierwelt ist oft grausam“, erklärt Hoffmeister, „aber die menschliche Welt ist oft noch grausamer. Hier in Abensberg gibt es Schutz, Verständnis und die Chance auf ein würdevolles Leben. Tiere, die anders aussehen, würden hier niemals gemobbt.“ Die Entscheidung, keine Raubtiere zu halten, verdeutlicht Hoffmeisters Haltung: „Woanders würden sie wahrscheinlich die erste Mahlzeit für die Löwen sein. Hier werden sie gepflegt und leben weiter.“
Der Tierpark ist kein Gnadenhof, sondern eine Hoffnungsvilla. Die Tiere werden gefüttert, sie können sich fortpflanzen und sie werden vor den Gefahren der Wildnis geschützt. Ein Ort, an dem Andersartigkeit nicht zum Makel wird, sondern zur Stärke.”
