Hunde erschnüffeln stress und krankheiten im atem – wissenschaft bestätigt
Ein feuchter Hundekuss ist liebenswert. Doch die Nase deines Vierbeiners verrät mehr als nur Zuneigung. Eine bahnbrechende Studie der Queen’s University Belfast belegt nun, dass Hunde Stress und sogar Krankheiten anhand des Atemgeruchs erkennen können – mit einer Genauigkeit von über 93 Prozent.
Hunde als hochentwickelte geruchssensoren
Lange galt das Riechen von Hunden als übertrieben romantisiert. Doch die Wissenschaft bestätigt: Hunde besitzen etwa 60-mal mehr Riechrezeptoren als Menschen und kommunizieren intensiv über Duftstoffe. Diese Fähigkeit ist nicht nur für die Orientierung im Alltag von Bedeutung, sondern ermöglicht es ihnen, subtile Veränderungen in unserer Physiologie wahrzunehmen.
Forscher präsentierten vier Hunden Atemproben von gestressten und entspannten Personen. Die Hunde unterschieden die Gerüche zuverlässig – sowohl bei Schweiß- als auch bei Atemproben. Die entscheidende chemische Verbindung scheint Isopren zu sein: Bei Stress verdoppelt sich sein Anteil im Atem.
Das bedeutet, dass Hunde nicht nur Emotionen, sondern auch körperliche Veränderungen wahrnehmen können, die für uns noch nicht offensichtlich sind. Eine frühere Studie der University of Cambridge (2016) zeigte bereits, dass Hunde Typ-1-Diabetes nicht nur anhand von Schweißproben, sondern auch im Atem erkennen können. Die chemischen Veränderungen, die bei einer Unterzuckerung auftreten, sind für Hunde offensichtlich.
Die genauen Mechanismen, wie Hunde diese komplexen Geruchsmuster interpretieren, sind noch nicht vollständig verstanden. Doch eines ist klar: Die Forschung eröffnet neue Möglichkeiten in der medizinischen Diagnostik. Die Entwicklung von Frühwarnsystemen für Krankheiten könnte dank der außergewöhnlichen Fähigkeiten unserer Hunde einen großen Schritt vorankommen. Ein weiterer Beweis dafür, dass die Welt der Tiere noch viele Geheimnisse birgt.