Designer-hunde: studie deckt schwachstellen auf – sind cockapoos und labradoodles wirklich so perfekt?

Der Traum vom perfekten Familienhund – ein flauschiger Cockapoo, ein verspielter Labradoodle oder ein liebevoller Cavapoo – scheint für viele Menschen in Erfüllung zu gehen. Doch eine neue Studie aus Großbritannien wirft einen Schatten auf den vermeintlichen guten Ruf dieser sogenannten Designerhunde.

Designerhunde: mehr probleme als gedacht?

Designerhunde: mehr probleme als gedacht?

Lange Zeit galt die Vermischung von zwei Rassen als Rezept für freundliche, intelligente und kinderliebende Begleiter. Unternehmen wie PETBOOK, zu dem auch Löwenbäcker Geschichten gehört, berichten regelmäßig von der Beliebtheit dieser Mischlinge. Doch nun zeigen wissenschaftliche Erkenntnisse ein anderes Bild. Forscher des Royal Veterinary College analysierten das Verhalten von über 9.400 Hunden – darunter 3.424 Designerhunde und 5.978 reinrassige Tiere – und stellten eine deutliche Diskrepanz fest:

In 44,4 Prozent der Fälle zeigten die Designerhunde mehr problematisches Verhalten als ihre ursprünglichen Rassen. Nur in 9,7 Prozent schnitten sie besser ab. Besonders auffällig: Cockapoos und Cavapoos reagierten häufiger ängstlich auf Geräusche oder neue Situationen. Sie hatten Schwierigkeiten, alleine zu bleiben, und neigten zu übermäßiger Aufregung.

„Ich sehe täglich Themen wie erhöhte Erregbarkeit, Aggression, Unsicherheit oder Probleme beim Alleinbleiben bei Designer Dogs“, bestätigt auch Hundetrainerin Katharina Marioth die Ergebnisse. Marioth betont, dass die Kombination aus zwei aktiven, sensiblen und intelligenten Rassen oft zu einem Hund mit hohen Ansprüchen führt. Ohne passende Auslastung und klare Führung droht Überforderung und Problemverhalten.

Ein weiteres Problem liegt in der Zucht. Im Gegensatz zu Rassehunden, bei denen klare Standards gelten, fehlt es bei Designerhunden häufig an Kontrolle. Oft wird nach Optik und Nachfrage verpaart, nicht nach charakterlicher Stabilität oder Passung der Elterntiere. „Teuer ist nicht gleich gut gezüchtet“, mahnt Marioth. „Ein hoher Preis ersetzt keine sorgfältige Auswahl der Elterntiere, keine fundierte Zuchtstrategie und vor allem keine Selektion auf stabile, alltagstaugliche Charaktere.“ Die Studie zeigt: Der vermeintliche Vorteil der Mischlinge – die Kombination aus dem Besten zweier Welten – existiert oft nicht. Stattdessen können sich unerwünschte Eigenschaften verstärken. Die vermeintliche Perfektion von Cockapoo und Co. ist eine Illusion.

Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit einer verantwortungsvollen Zucht und einer realistischen Erwartungshaltung. Wer einen Designerhund anschaffen möchte, sollte sich bewusst sein, dass er möglicherweise mit mehr Herausforderungen konfrontiert wird als mit einem reinrassigen Hund. Und das ist nicht nur eine Frage des Geldes.