Weinstein im krankenhaus – prozess ausgesetzt

Schock im Vergewaltigungs-Prozess gegen Harvey Weinstein! Der einst gefürchtete Hollywood-Mogul plagt plötzlich Brustschmerzen und musste die Gerichtsverhandlung nach der Mittagspause abbrechen.

Unvorhergesehenes komplikation bremst den prozess

Wie sein Anwalt Marc Agnifilo bestätigte, ist Weinstein derzeit in der Krankenstation des Rikers Island Gefängnisses in New York unter ärztlicher Behandlung. Die medizinische Vorgeschichte des 74-Jährigen ist lang und umfasst bereits seit Jahren Herzprobleme, Diabetes und Leukämie. Diese jüngste Episode wirft erneut Fragen nach seinem Zustand und seiner Fähigkeit auf, den Prozess aktiv zu verfolgen.

Jury fordert beweise zur überprüfung

Jury fordert beweise zur überprüfung

Während der Mittagspause äußerten sich die Geschworenen und forderten den Richter auf, bestimmte Beweise, insbesondere eine PowerPoint-Präsentation und eine Seite aus der Aussage von Jessica Mann, erneut einzusehen. Die Anwältin Teny Geragos hatte im Kreuzverhör bereits heftige Fragen an Mann gestellt und ihre Glaubwürdigkeit in Frage gestellt. Richter Curtis Farber musste die Jury schließlich vorzeitig entlassen, da die benötigten Unterlagen noch nicht vorliegen und voraussichtlich erst am Donnerstagmorgen eintreffen werden.

Manns darstellung: „ein komplizierter tanz“

Manns darstellung: „ein komplizierter tanz“

Jessica Mann, die als Hauptanklägerin fungiert, hatte in der Vergangenheit von einer „komplizierten, teils einvernehmlichen Beziehung“ zu Weinstein gesprochen. Sie behauptet, er hätte sie 2013 in einem Hotelzimmer in Manhattan vergewaltigt. Weinstein bestreitet dies vehement und spricht von einer einvernehmlichen Begegnung. Agnifilo, der Verteidiger, wirft Mann nun die Glaubwürdigkeit vor und behauptet, die beiden hätten eine leidenschaftliche Beziehung geführt, die sich bis hin zur Verliebtheit erstreckte. Er verweist auf Handy-Notizen und Nachrichten, in denen Mann Weinstein als ihre wichtigste Stütze bezeichnete.

Staatsanwältin: „nein heißt nein“

Staatsanwältin: „nein heißt nein“

Im Gegensatz dazu betonte Staatsanwältin Nicole Blumberg, dass das Verhältnis zwischen Mann und Weinstein nicht automatisch eine Einverständniserklärung darstellt. „Nein heißt nein – für jeden. Außer offenbar für Harvey Weinstein.“ Der Fall, der bereits seit Jahren anhält, hat mit einer Verurteilung im Jahr 2020 und anschließenden Berufungsentscheidungen einen langen und steinigen Weg hinter sich.

Ein prozess ohne hoffnung auf baldige lösung

Ein prozess ohne hoffnung auf baldige lösung

Die jüngsten Ereignisse, insbesondere Weinsteins Krankenhausaufenthalt, werfen ein tristes Licht auf die Zukunft des Prozesses. Es bleibt abzuwarten, ob er jemals zu einer endgültigen Entscheidung führen wird. Die Entscheidung liegt nun allein in den Händen der Jury, die sich mit der komplexen Beweislage auseinandersetzen muss – und dabei die Frage beantworten, ob Weinstein tatsächlich schuldig ist.