Veränderungen nach der menopause: verengung der scheide – was frauen wissen müssen
Viele Frauen erfahren nach der Menopause Veränderungen, über die selten offen gesprochen wird: Die Scheide kann sich enger werden. Diese Entwicklung, oft als vaginale Atrophie bezeichnet, betrifft bis zu 70 Prozent der Frauen und kann die Lebensqualität erheblich beeinträchtigen.

Vaginale atrophie: die stille beschwerde der wechseljahre
Die Ursache liegt vor allem im sinkenden Östrogenspiegel. Dieser führt zu einer Verringerung der Durchblutung und einer Schwächung des Vaginalgewebes. Die Vaginalschleimhaut wird dünner, trockener und weniger elastisch – eine Entwicklung, die sich schleichend vollzieht. Dr. Heidi Gößlinghoff, Frauenärztin, erklärt, dass bereits ein leichtes Trockenheitsgefühl ein frühes Warnsignal sein kann.
Die Veränderungen können sich zunächst unspezifisch äußern: Trockenheit, Brennen, Juckreiz oder Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Kleine Verletzungen können auftreten. In fortgeschrittenen Stadien kann die Verengung so stark werden, dass Untersuchungen unangenehm werden.
Doch nicht nur der Hormonmangel spielt eine Rolle. Chronische Hauterkrankungen wie Lichen sclerosus oder frühere medizinische Eingriffe können das Risiko erhöhen. Die Schätzung, dass 50 bis 70 Prozent der Frauen in den Wechseljahren von solchen Symptomen betroffen sind, zeigt das Ausmaß des Problems.
Die gute Nachricht: Je früher die Veränderungen erkannt werden, desto besser lassen sie sich behandeln. Es gibt verschiedene Therapieoptionen, die helfen können, die Beschwerden zu lindern und die Lebensqualität wiederherzustellen. Eine frühzeitige Diagnose ist daher entscheidend.
Die Verengung der Scheide ist keine unvermeidliche Folge der Wechseljahre. Doch die stille Beschwerde der vaginalen Atrophie betrifft viele Frauen – und verdient mehr Aufmerksamkeit.
