bildung

Traditionsunternehmen mocopinus scheitert: 270 arbeitsplätze verloren

Ulm – Das Ende eines 160 Jahre alten Unternehmens ist besiegelt: Die Mocopinus GmbH & Co. KG, ein führender Spezialist für Holzbau, meldet Insolvenz an und stellt die Produktion ein. Rund 270 Mitarbeiter verlieren dadurch ihre Arbeit.

Insolvenz für den holzbau-spezialisten

Insolvenz für den holzbau-spezialisten

Das Amtsgericht Ulm eröffnete das Insolvenzverfahren im Februar 2026. Trotz eines umfangreichen Sanierungsprogramms konnte kein Investor gefunden werden, der den Betrieb übernehmen wollte. Die Entscheidung, die Produktion in Ulm, Karlsruhe und Ammelshain einzustellen, veröffentlichte das Unternehmen am Dienstag.

Die Gründe für das Aus sind komplex: Die Geschäftsführung betont die schwierigen Marktbedingungen in der Bau- und Holzbranche. Obwohl Angebote für die Vermögenswerte vorlagen, fehlte ein tragfähiges Angebot für die Übernahme des operativen Geschäfts. „Die aktuellen Marktbedingungen sind herausfordernd, und ohne einen Investor für das gesamte Unternehmen ist eine wirtschaftlich tragfähige Fortführung nicht darstellbar“, erklärt Insolvenzverwalter Georg Jakob Stemshorn.

Die Mitarbeiter wurden in einer Versammlung über die Schließung informiert. Der Personalabbau erfolgt in Abstimmung mit den Betriebsräten. „Das ist ein extrem bitterer Tag für Mocopinus und unsere Mitarbeitenden“, sagt CEO Ulrich Braig. „Wir haben bis zur letzten Minute gekämpft, um das Unternehmen zu retten.“

Mocopinus war einer der führenden Industriehobelwerke Europas und spezialisierte sich auf veredelte Holzprodukte für Fassaden, Terrassen und Innenausbau. Die Tochtergesellschaft Lignum-Finish GmbH in Aitrach ist von der Schließung nicht betroffen, die Verhandlungen dauern an.

Die Schließung markiert das Ende einer Ära für das Unternehmen, das über Generationen hinweg eine wichtige Rolle in der Region spielte. Die Mitarbeiter stehen nun vor der Herausforderung, sich neu zu orientieren. Die Insolvenz ist ein deutliches Zeichen für die Belastungen, denen die deutsche Industrie derzeit ausgesetzt ist.

Die Liste der Beanstandungen beim Hähnchenwagen, der in der Vergangenheit wegen hygienischer Mängel gestoppt wurde, ist lang. Nun scheidet auch Mocopinus aus dem Wettbewerb aus.

Die Zahlen sprechen für sich: 270 Arbeitsplätze sind gefährdet, und ein traditionsreiches Unternehmen verschwindet von der Bildfläche. Wer von dem Aus profitieren wird, bleibt abzuwarten.