bildung

Schufa-score: transparenz-revolution – was sich für kredite und konten ändert

Berlin – Die Schufa krempelt das System um: Der neue Score ist ab sofort transparent. Jeder kann ihn einsehen und nutzen. Eine Kehrtwende nach Jahren des Geheimnisses. Was bedeutet das für Sie?

Schufa macht den score plötzlich transparent

Die Schufa hat jahrelang gekämpft, ihre Score-Formel geheim zu halten. Jetzt ist sie öffentlich. Jeder kann den neuen Score einsehen und kopieren. BILD sprach mit Schufa-Vorständin Tanja Birkholz über die Auswirkungen.

„Weil der Anspruch der Menschen an Transparenz und Datenkontrolle stark gestiegen ist“, erklärt Birkholz. Das Ziel: Menschen sollen den Score verstehen und nachvollziehen können. Es gibt keinen einzelnen Score mehr, sondern zwölf Kriterien statt 100. Der Score wird in Punkten von 100 bis 999 angegeben. Je höher, desto besser.

Wie bekomme ich meinen neuen score?

Wie bekomme ich meinen neuen score?

Über den Schufa-Account unter app.schufa.de. Entweder per Post mit PIN (dauert 2-3 Tage) oder mit dem elektronischen Personalausweis. Wichtig: Identifizierung ist entscheidend, um Missbrauch zu verhindern.

Was zählt am meisten? Zahlungsstörungen. Wer trotz Mahnung nicht bezahlt, steht schlecht da. Kredite an sich sind nicht schlecht, aber verantwortungsvolles Handeln mit finanziellen Verpflichtungen ist entscheidend.

Betrugsrisiko steigt

Betrugsrisiko steigt

Identitätsbetrug ist ein wachsendes Problem. Die Schufa arbeitet an Push-Nachrichten, um Betrug schnell zu erkennen. Bei Verdacht sofort melden!

Nach einer Privatinsolvenz startet man mit einem niedrigeren Score, der drei Jahre lang wirkt. Kleinstforderungen werden nicht automatisch übernommen, aber Rechnungen sollten bezahlt werden. Unberechtigte Forderungen sind zu bestreiten.

Birkholz selbst: „Mein Score liegt bei 961 Punkten. Ich bin auch ein ganz normaler Mensch.“ Mehrere Konten- oder Kreditkartenanfragen innerhalb von 28 Tagen werden als eine Anfrage gezählt. Die Gesamtzahl spielt keine Rolle, wichtig ist das Gesamtbild.

Die meisten Menschen werden sich nicht verändern. 83 Prozent bleiben in ihrer Score-Klasse. Verbesserung gibt es für verantwortungsbewusste Zahlen, Verschlechterung für Menschen mit wenigen Aktivitäten. Die Schufa betont, dass der Score nur ein Teil der Entscheidung ist. Unternehmen nutzen weitere Daten, wie Einkommen.

Wohnort spielt keine Rolle. Die Schufa verzichtet auf Geo-Scoring. Und die Schufa verspricht: „Wenn Sie einen neuen Kredit aufnehmen wollen, ist der Score nicht der einzige Faktor.“

Die Transparenz des neuen Systems ist ein Schritt in die richtige Richtung. Eine Chance für Verbraucher, ihre finanzielle Situation besser zu verstehen – und vielleicht sogar zu verbessern.

Die Schufa-Chefin selbst betont ein Thema: „Man sollte seine Finanzen geordnet halten und nicht wahllos Verpflichtungen anhäufen.“

n