bildung

Roaming-schock in der türkei: rentnerin muss 16.615 euro zahlen – und dann stirbt ihr mann

Niedersachsen: Eine 75-jährige Musiklehrerin aus Niedersachsen steht nach einem Urlaub in der Türkei vor einer finanziellen Katastrophe. Eine Rechnung über 16.615 Euro von dem Mobilfunkanbieter O2 Telefónica erschütterte die Rentnerin, nachdem sie lediglich versuchte, mit ihrem Mann zu kommunizieren. Der Fall wirft ein Schlaglicht auf die Gefahren des Roaming und die mangelnde Verbraucherschutz-Absicherung.

Wie eine einfache telefongespräch zur finanziellen belastung wurde

Wie eine einfache telefongespräch zur finanziellen belastung wurde

Christine Büttner (75) hatte im Herbst 2025 zusammen mit ihrer Schwester eine organisierte Reise nach Rhodos und einen anschließenden Türkei-Abstecher unternommen. Ihr Mann Hermann (90) blieb zu Hause. Um sich Sorgen um seinen Gesundheitszustand zu machen, rief sie in den drei Tagen in der Türkei viermal kurz an. Die Kosten dafür beliefen sich laut Nachweis auf 37,86 Euro.

Doch dann folgte der Schock. O2 rechnete ihr plötzlich 16.615 Euro an. Die Musiklehrerin war fassungslos: „Das ging über meine Kräfte. Ich war fix und fertig. Ich bekomme doch nur 943 Euro Rente.“

Die Ursache: Während Christine Büttner glaubte, lediglich normale Telefonate zu führen, liefen im Hintergrund Datenströme, die sie nicht kontrollierte. Laut O2 verbrauchte sie in der Türkei rund 100 Gigabyte, was etwa 33 GB pro Tag entspricht – genug für den Download von 25 HD-Filmen.

O2 hatte die Kostengrenze zunächst zweimal erreicht und Christine Büttner per SMS gewarnt, den Kostenschutz aufzuheben. Sie befolgte die Anweisungen, ahnungslos, dass dadurch teure Datenverbindungen aktiviert wurden. Die Firma kürzte die Forderung später „aus Kulanz“ auf 1.690 Euro, die die Rentnerin inzwischen beglichen hat. O2 verspricht eine erneute Prüfung des Falls.

Die Musiklehrerin hatte im Vorfeld das Datenroaming deaktiviert, doch die Hintergrundaktivitäten waren nicht zu verhindern. Die Situation ist ein Paradebeispiel dafür, wie leicht sich Verbraucher täuschen lassen können, insbesondere im Ausland.

Experten raten dringend zu Vorsichtsmaßnahmen: vor der Reise das Datenroaming abschalten, alternativ eine lokale SIM-Karte oder eine eSIM von Anbietern wie Roamless, Yesim, Holafly oder Flexiroam nutzen. Diese lassen sich zusätzlich zur deutschen SIM installieren, sofern das Smartphone eSIM-fähig ist.

Die eSIM-Nutzung erfordert zwar etwas Vorbereitung – den Kauf eines Tarifs, das Anlegen eines Kundenkontos und die Hinterlegung einer Kreditkarte – bietet aber eine deutlich bessere Kontrolle über die Datenverbindungen. Die Rechnung für Christine Büttner ist nicht nur eine finanzielle Belastung, sondern auch ein tragisches Beispiel dafür, wie schnell ein Urlaub zur persönlichen Katastrophe werden kann. Sie stirbt wenige Wochen später überraschend.

Die Geschichte zeigt, dass ein vermeintlich harmloser Urlaub durch unachtsame Handlungen und intransparente Angebote zu unvorstellbaren finanziellen Belastungen führen kann. Die Verbraucher müssen sich im Ausland besonders bewusst sein, welche Datenverbindungen sie aktivieren und welche Konsequenzen dies hat.