Polizeirazzia beim KFA: Vorwürfe der Manipulation von Hong Myung-bo
Seoul – Das südkoreanische Fußballverband (KFA) ist in eine politische Affäre verwickelt. Die Polizei hat heute in den Hauptsitzen des Verbands in Seoul und Cheonan eine Razzia durchgeführt. Der Fokus der Ermittlungen liegt auf mutiger Manipulation des Nominierungsprozesses für den Ex-Nationaltrainer Hong Myung-bo (57).
Aktendokumente und digitale Daten beschlagnahmt
Yonhap berichtet, dass bei der Razzia umfangreiche Aktendokumente beschlagnahmt wurden. Zudem wurden Smartphone- und Computerdaten wichtiger KFA-Funktionäre sichergestellt. Ein Polizeiauto wurde vor dem KFA-Hauptsitz in Seoul fotografiert.

Vorwürfe seit 2014
Die Vorwürfe gegen den KFA sind nicht neu. Bereits 2014, als Hong Myung-bo als Nationaltrainer gescheitert war und Südkorea nach der Gruppenphase der WM ausschied, gab es erste Zweifel an der Auswahl des Trainers. Im Juli 2024 wurde Hong – trotz anhaltender Kritik – erneut zum Nationaltrainer ernannt. Der Bewerbungsprozess wurde dabei offenbar nicht ordnungsgemäß eingehalten.

Präsident fordert Konsequenzen
Das erneute Scheitern Südkoreas bei der aktuellen Fußballweltmeisterschaft hat die Situation weiter verschärft. Präsident Lee Jae Myung (62) verurteilte die Versäumnisse des Verbands scharf und forderte Konsequenzen. Er bezeichnete das Ergebnis als „unerwartet und absurd“ und sprach Versäumnisse in der Organisation und im Personalwesen an, insbesondere im Hinblick auf die Wahl von Hong Myung-bo.

Wut der Fans
Nach der WM-Enttäuschung wurden die südkoreanische Nationalmannschaft und Trainer Hong Myung-bo von wütenden Demonstranten empfangen. Die Situation ist weiterhin angespannt.
