Olympia-schock: eishockey-team verpasst medaille – fehlende konstanz und individuelle fehler
Enttäuschendes aus im viertelfinale
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist bei den Olympischen Spielen in einer demütigenden Weise ausgeschieden. Gegen die Slowakei setzte es eine deutliche 2:6 (0:1, 1:3, 1:2) Niederlage, die die Hoffnung auf eine Medaille im Nu zerstörte. Von Beginn an hatte das Team von Bundestrainer Harold Kreis keine Chance und wirkte behäbig und fehleranfällig. Die Slowakei hingegen profitierte von mehr Erholung und präsentierte sich deutlich frischer.

Kreis’ ausreden?
Bundestrainer Harold Kreis wünschte sich keine Ausreden, obwohl sein Team zum vierten Mal in fünf Tagen spielte, während die Slowakei drei volle Tage Pause hatte. Er betonte die Bedeutung des körperlichen Zustands und die fehlende Konstanz im Spiel. Die kurze Regenerationszeit wurde daher nicht als alleiniger Grund für die Niederlage gesehen, sondern als ein Faktor, der die Leistung beeinträchtigt haben könnte.

Müllers kritik am eigenen spiel
Kapitän Moritz Müller sprach offen über die Probleme der Mannschaft: „Es ist uns nicht gelungen, übers komplette Turnier unser Spiel aufs Eis zu bringen.“ Er bemängelte die fehlende Geradlinigkeit und die Anfälligkeit in der Defensive. Das Team habe nie seine Identität gefunden, weder in der schnellen Offensive noch in der kontrollierten Spielweise mit Ballbesitz.

Draisaitls frustration
Auch NHL-Star Leon Draisaitl zeigte sich enttäuscht: „Wir haben im Turnier nie so wirklich zu unserem Spiel gefunden.“ Er betonte, dass die vielen individuellen Fehler auf diesem Niveau konsequent bestraft werden. Es handelte sich um eine verpasste Chance, die schmerzhaft ist.

Die taktische fragezeichen
Die Diskussion um die Taktik des Teams und die Einsatzzeiten der Spieler wurde ebenfalls laut. Kreis verteidigte seine Entscheidungen, räumte aber ein, dass die Frage, ob er seine Stars zu viel eingesetzt habe, berechtigt sein könnte. Die unterschiedlichen Spielstile der NHL-Cracks und der DEL-Spieler erschwerten die Abstimmung im Team.
Seiders analyse des spielverlaufs
Verteidiger Moritz Seider erklärte, dass das zweite Drittel entscheidend für den Spielverlauf war. Nach dem zweiten Gegentor habe das Team den Faden verloren und versucht, das Spiel mit aller Macht wieder zu drehen. Er betonte die Bedeutung von Ruhe und Besonnenheit in solchen Momenten. Ein Fehler, den er meint, ist die sofortige Reaktion auf den Rückstand.
Sturms fazit: geist fehlte
Nico Sturm fasste die Leistung des Teams zusammen: „Der Körper war da, der Geist nicht.“ Er kritisierte die vielen Fehler und den Verlust der defensiven Struktur, die das Team normalerweise auszeichnet. Die Art und Weise, wie gespielt wurde, sei enttäuschend gewesen.
Kreis’ zukunft ungewiss
Ob Bundestrainer Harold Kreis trotz des enttäuschenden Abschneidens seinen Vertrag bis zur Heim-WM 2027 erfüllen wird, bleibt abzuwarten. Er zeigte sich gelassen und betonte, dass es noch zu früh sei, ein Resümee zu ziehen. Das Minimalziel, die Gruppenphase zu überstehen, wurde zwar erreicht, aber die Erwartungen an das Team waren deutlich höher.
Die nächste chance in nizza
Für Leon Draisaitl bedeutet das verpasste Olympia-Abenteuer einen weiteren Titelbruch. Nach dem verpassten Stanley-Cup und der verpassten WM-Medaille muss er sich nun auch von der Hoffnung auf Olympia-Ehren verabschieden. Bei den Spielen in Nizza in vier Jahren wird er bereits 34 Jahre alt sein.
| Team | Tore | Schüsse |
|---|---|---|
| Deutschland | 2 | 27 |
| Slowakei | 6 | 33 |