Lok leipzig: meistermacher-druck oder nerven blank?
Leipzig, Sachsen – Die Luft in der Regionalliga Nordost knistert förmlich. Lok Leipzig steht vor dem entscheidenden Endspurt, nur noch drei Spiele trennen den Spitzenreiter von der Meisterschaft. Doch die Euphorie wird von wachsender Nervosität überschattet, wie der gestrige Ausbruch des Trainers Jochen Seitz verdeutlicht.
Der meistertitel ist greifbar, aber die personalsituation angespannt
Theoretisch kann Lok Leipzig bereits am Samstag gegen den BFC Preußen den Titel perfekt machen. Voraussetzung dafür wäre ein Patzer von Jena gegen den BFC Dynamo, während Lok die Hinspielniederlage wettmachen müsste. Die Erwartungen der Fans sind hoch, was sich in den sozialen Netzwerken widerspiegelt. Doch diese Erwartungshaltung trifft auf eine bittere Realität: Fünf Stammspieler fallen verletzungs- oder gesperrungsbedingt aus, weitere sind angeschlagen. Trainer Seitz sieht sich mit einer Mannschaft konfrontiert, die sich noch nie zusammengespielt hat. „Wer hier Tiki-Taka erwartet, soll bitte zu Hause bleiben“, mahnt er, „Wir brauchen Kampf, Leidenschaft und eine hohe Intensität – und die bedingungslose Unterstützung der Fans.“

Seitz’ zorn: „das ging mir tierisch auf die nerven!“
Der sonst so besonnene Coach platzte im Vorfeld des entscheidenden Spiels dermaßen der Kragen. „Ganz ehrlich, ich war stinksauer“, gab er zu. Die Nachrichten, die er erhalten hatte – von Fans und Medien – über die vermeintliche Meisterschaft oder drohende Niederlage, hatten ihn empört. Die Stimmung schwankte zwischen rosiger Meisterstimmung und düsteren Prognosen, je nachdem, wie die Ergebnisse der Konkurrenz ausfielen. Seitz betonte, dass die Personalsituation und die Intensität der Spiele dies nicht zulassen. „Das ist ja bodenlos“, so Seitz, „Gefühlt war Jena eine Woche vorher schon durch, weil wir in einer absoluten Krise waren. Dann waren wir eine Woche später schon Meister.“
Die jenaer bleiben im rennen: lok muss liefern
Die Möglichkeit, dass Jena die letzten drei Spiele gewinnt, darf nicht ausgeschlossen werden. Seitz weiß, dass Lok liefern muss, um seine Chancen auf den Titel zu wahren. „Wir müssen davon ausgehen, dass Jena die letzten drei Spiele gewinnen kann und da brauchen wir unsere Punkte noch“, erklärt er. Das Spiel gegen den BFC wird kein leichter Brocken, und Lok muss sich auf einen Kampf bis zum Schluss einstellen. Es wird erwartet, dass die Meisterschaft bis zum letzten Spieltag entschieden sein wird, und Lok ist darauf eingestellt, das Spiel für Spiel anzugehen. Die Fans sind gespannt, ob Lok Leipzig den Druck standhält und den Meistertitel nach Leipzig holt.
