Leverkusen patzt in heidenheim: andrich-fehler kostet klassiker-hoffnungen

Ein Ausrutscher, der weh tut: Bayer Leverkusen hat in Heidenheim zwei Führungen verspielt und am Ende mit 3:3 unentschieden gespielt. Das Ergebnis lässt die Werkself im Kampf um die Champions League deutlich Boden gegenüber den Konkurrenten verlieren. Ein Patzer von Kapitän Robert Andrich räumte den Weg für das bittere Unentschieden frei.

Die kostspielige unachtsamkeit des kapitäns

Schon in der 72. Minute sorgte ein folgenschwerer Fehltritt für den Wendepunkt: Nach einem langen Abschlag von Heidenheim-Keeper Diant Ramaj auf Marvin Pieringer ließ sich Andrich überlisten. Der Leverkusener brachte Pieringer im Strafraum von hinten zu Boden – ein klarer Elfmeter. Pieringer selbst verwandelte den Strafstoß zum 2:2. Dieser Patzer reiht sich ein in eine Reihe von unglücklichen Aktionen des Kapitäns, der bereits im Spiel gegen die Bayern mit einem katastrophalen Fehlpass zum Gegentor beigetragen hatte. „Natürlich sind das einprägsame Situationen und sie sind auch spielentscheidend, das sollte nicht passieren“, kommentierte Andrich sein Aussacken.

Die Leverkusener Führung, die durch Treffer von Tillman (22.) und Schick (35.) bereits früh erreicht worden war, schien in der Folge in Gefahr. Heidenheim schlug zurück – zunächst durch Behrens (56.) und dann durch den von Andrich verursachten Elfmeter. Schick brachte die Werkself zwar kurzzeitig erneut in Front (79.), doch Pieringer (85.) sorgte für den erneuten Ausgleich und den Schock in Leverkusen.

Nagelsmann verzichtet: andrich im wm-kandidatenkreis?

Nagelsmann verzichtet: andrich im wm-kandidatenkreis?

Die Entscheidung von Bundestrainer Julian Nagelsmann, Andrich für die anstehenden Länderspiele nicht zu nominieren, wirft weitere Fragen auf. Nagelsmann betonte, der Kader solle zum großen Teil aus Spielern bestehen, die auch bei der WM im Einsatz stehen sollen. Andrich selbst äußerte sich zurückhaltend zu der Entscheidung: „Es gab Kontakt, den ich nicht weiter ausführe. Ich weiß, woran ich bin. Und alle Chancen sind offen.“ Ob der Vorfall in Heidenheim diesen Aussagen widerspricht, bleibt abzuwarten.

Die Heidenheimer hingegen müssen die Realität akzeptieren: Mit nur 15 Punkten nach 27 Spielen stehen die Chancen auf den Klassenerhalt mau bei. Seit Einführung der Drei-Punkte-Regel vor 30 Jahren (1995/96) sind alle Teams mit so wenig Zählern nach dieser Anzahl von Spielen abgestiegen. Die 2. Bundesliga rückt für den Abstiegskandidaten immer näher. Leverkusen muss sich nun fragen, wie das Team mit derartigen Aussetzern umgehen kann, wenn die Ambitionen auf die Königsklasse so groß sind.