Kommunen am rande des ruins: rekorddefizit von 31,9 milliarden euro
Wiesbaden – Die finanzielle Lage der deutschen Kommunen spitzt sich dramatisch zu. Für 2025 prognostizieren vorläufige Zahlen ein Rekorddefizit von 31,9 Milliarden Euro. Das bedeutet: Städte und Gemeinden rutschen immer tiefer in die Schulden – und die Bürger zahlen den Preis.

Steigende ausgaben überwiegen die einnahmen
Innerhalb eines Jahres ist das Defizit um 7,1 Milliarden Euro gewachsen. Während kommunale Ausgaben um 5,6 Prozent stiegen, legten die Einnahmen lediglich um 4,1 Prozent zu. Diese Diskrepanz führt zu einer zunehmenden Finanzierung der laufenden Kosten durch Kredite.
Besonders belastend sind die Ausgaben für Personal und Sozialleistungen. Die Kommunen investierten über 113 Milliarden Euro in Mitarbeiter, ein Anstieg von 6,8 Prozent. Für Sozialleistungen wurden rund 90 Milliarden Euro ausgegeben, ein Plus von 5,9 Prozent. Hier treiben vor allem die Kosten für Eingliederungshilfen und Jugendhilfe die Zahlen in die Höhe.
Die Investitionen in Bauprojekte bremsen. Zwar wurden weiterhin Mittel bereitgestellt, doch das Wachstum ist deutlich geringer als in den Vorjahren. Dies führt zu geringeren Steuereinnahmen und weniger Spielraum für neue Projekte. Die Gewerbesteuer wächst nur leicht, die Grundsteuer bleibt weitgehend unverändert. Höhere Einkommensteueranteile lindern das Problem kaum.
Die Schuldenquote steigt weiter. Immer mehr Kommunen finanzieren ihre laufenden Ausgaben über kurzfristige Kredite. Das führt zu einem Teufelskreis: Mehr Schulden bedeuten höheren Druck, vor Ort zu sparen oder Gebühren zu erhöhen. Das Rekorddefizit ist keine abstrakte Zahl, sondern eine Realität, die sich in der eigenen Stadt spüren wird. Die kommenden Jahre werden zeigen, wie viele Gemeinden dieser Entwicklung noch standhalten können.