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Israel reagiert scharf auf deutsche ablehnung im iran-konflikt

Der Angriff auf die iranischen Atomanlagen in Isfahan im Juni 2025 hat in Israel eine breite Resonanz gefunden. Als Bundeskanzler Friedrich Merz (70) Israel dabei die 'Drecksarbeit' für Europa nannte, fühlte sich die jüdische Nation verstanden und unterstützt.

Israels gespaltene meinung

Israels gespaltene meinung

In der israelischen Stadt Ramat Gan, einer Vorstadt von Tel Aviv, ist die Meinungsbildung aufgrund des Konflikts jedoch zerrissen. So äußert sich Prof. Dr. Meir Redlich, ein 70-jähriger Kieferorthopäde und Sohn eines Auschwitz-Überlebenden: 'Was er für Israel getan hat, ist wunderbar.' Er versteht Merz' ablehnende Haltung gegenüber US-Präsident Donald Trumps (79) Forderung an Europa, Schiffe in die Straße von Hormus zu senden, um trotz iranischer Drohungen den Ölexport zu ermöglichen.

Redlichs politische Einstellung sei links, er habe kein Problem damit, dass Merz jetzt nicht helfen wolle. Der Krieg mit dem Iran sei nicht das Problem Europas, so Redlich.

Ein 30-jähriger Gitarrenlehrer, der einen LA-Lakers-Pullover trägt und einen Nasenring, kritisiert die europäische Nicht-Einmischung hingegen scharf. 'Ich denke, Deutschland sollte helfen, das ist sowohl für die Sicherheit als auch für die Wirtschaft Deutschlands wichtig', sagt er. Er und einige Rechtskonservative fürchten, der alte Kontinent drohe, von Islamisten wie Hamas und Hisbollah überrannt zu werden.

Die Uneinigkeit auch unter Freundinnen Zvia (62) und Sigalit (60) zeigt, wie gespalten Israel bei dieser Frage ist. Zvia versteht Merz' Absage an die USA, da der Krieg langwierig und ohne klares Ziel sei. Sigalit jedoch hält es für überlebenswichtig, diese 'Sachen jetzt zu tun'. Sie erwartet Hilfe von Deutschland, da Israel die iranischen Raketen seit Wochen auffrisst.

Ein 58-jähriger Flughafen-Angestellte, der mit seiner Hündin Mel spaziert, meint: 'Das überrascht mich nicht, letzten Endes müssen wir uns um uns selbst kümmern.' Er ist politisch in der Mitte und hat nach dem 7. Oktober ein wenig nach rechts gerückt.

Der Direktor für Strategie der rechtskonservativen EIPA, Tal Rabina (66), sieht in Merz einen der wenigen, die zu Israel stehen. Er hofft, dass die westlichen Länder sich bald als Verbündete der USA in der Nato engagieren, sonst drohe ein Kontrollverlust.

Ein 47-jähriger Immobilienhändler, der sich als 'Mitte-links' bezeichnet, versteht die deutsche Haltung, dass in kriegerischen Zeiten nicht alle Länder in den Krieg ziehen sollten. Er hat eine Familie in Berlin und hörte, dass Deutschland gegen Antisemitismus, auch von muslimischer Seite, viel tut.