Historischer mondstart: die menschheit blickt erneut zum nachthimmel!
Cape Canaveral – Ein Moment, der die Geschichte schreibt: Nach über einem halben Jahrhundert ist die Menschheit wieder auf dem Weg zum Mond. Die Nasa hat gestern Abend die „Artemis 2“-Mission gestartet, ein Ereignis, das Tausende in Florida an die Küsten trieb und den Himmel über dem Kennedy Space Center in ein gleißendes Licht tauchte. Die Mondscheibe, fast voll, schien als stummer Zeuge dieses ambitionierten Unterfangens.
Vier astronauten, eine mission: aufbruch in die weite
An Bord der Orion-Kapsel, getragen vom gewaltigen SLS-Raketensystem, befinden sich vier mutige Astronauten: Kommandant Reid Wiseman, Pilot Victor Glover, die Missionsspezialistin Christina Koch und der kanadische Physiker Jeremy Hansen. Ein Team, das nicht nur in seiner Erfahrung, sondern auch in seiner Diversität herausragt – erstmals in der Geschichte einer Mondmission sind eine Frau und ein afroamerikanischer Astronaut an Bord.
Die emotionalen Abschiede von den Familien vor dem Start lassen keinen unberührt. „Love you guys“, flüsterte Victor Glover in die Mikrofone, ein Ausdruck der Verbundenheit, der die Ungewissheit der Reise widerspiegelt.
Die Mission selbst ist ein technisch anspruchsvolles Unterfangen. Nach einer Erdumrundung, in der die Systeme geprüft werden, soll die Orion-Kapsel eine Acht um Erde und Mond fliegen, eine Strecke von mehr als 2,3 Millionen Kilometern zurücklegend. Der erreichbarste Punkt bringt die Crew rund 370.000 Kilometer von der Erde – jenseits der fernen Seite des Mondes. Eine Landung ist ausgeschlossen; stattdessen wird „Orion“ auf einer „Free-Return“-Bahn zurückkehren, angetrieben von der Gravitation von Erde und Mond.

Risiko und innovation: die nasa testet die grenzen des möglichen
Ein entscheidender Aspekt der Mission ist die Möglichkeit, dass die Astronauten die Steuerung übernehmen und kritische Manöver, wie die Navigation in der Nähe der Raketenstufe, manuell durchführen. Die Nasa will testen, ob die Crew im Notfall eingreifen und die Kontrolle übernehmen kann. Die Erfolgschance wird intern mit „mehr als 50 Prozent“ angegeben – ein Wert, der die inhärente Risikobereitschaft dieses ambitionierten Projekts verdeutlicht. Christina Kochs Teilnahme als erste Frau auf einer Nasa-Mondmission und Victor Glovers Position als erster afroamerikanischer Astronaut unterstreichen die Bemühungen um Diversität und Inklusion in der Raumfahrt.
„Es ist die Geschichte der Menschheit. Nicht schwarze Geschichte, nicht Frauengeschichte, sondern dass es Menschheitsgeschichte wird“, sagte Glover, ein Statement, das die Bedeutung dieses Ereignisses jenseits der technologischen Errungenschaften hervorhebt.

Ein wettlauf ins all und „technik made in germany“
Die Artemis-Mission ist eingebettet in einen neuen Wettlauf ins All. Während die USA ihre Vorherrschaft zurückgewinnen wollen, hat auch China das Ziel, bis 2030 Menschen auf den Mond zu bringen. Europa spielt dabei eine Schlüsselrolle: Das European Service Module (ESM), dessen Endmontage in Deutschland stattfindet, liefert die notwendige Energie und den Antrieb für die Orion-Kapsel. Bundesforschungsministerin Dorothee Bär betonte nach dem erfolgreichen Start die Bedeutung deutscher Ingenieurskunst für dieses globale Projekt.
Alexander Gerst, deutscher Astronaut, fasst das Ganze treffend zusammen: „Der Mond ist einfach unser nächster Begleiter. Das ist unser achter Kontinent im Prinzip.“ Und er fügt hinzu, mit einem Augenzwinkern: „Wir können nicht nur Kriege führen hier auf der Erde, sondern wir können auch wieder was richtig Großartiges zusammen machen.“
