Fan-friedhöfe in deutschland: ewige treue jenseits des todes

Hamburg, 16. Mai 2024 – Ein Leben lang dem Verein treu sein – das endet für viele Fans nicht mit dem Tod. In Deutschland errichten immer mehr Fußballvereine eigene Friedhöfe, die ihren Mitgliedern einen letzten Ruheort in Vereinsnähe bieten. Eine Entwicklung, die weit über die Grenzen Deutschlands hinausgeht.

Vereine bieten grabstätten direkt am stadion

Vereine bieten grabstätten direkt am stadion

Der Hamburger SV war Vorreiter: Seit 2008 gibt es dort einen Fanfriedhof mit rund 150 Plätzen, oft begleitet vom Jubel der Anhänger bei Heimspielen. Schalke 04 hat eine deutlich größere Anlage mit 1904 Grabstellen – eine Anlehnung an das Gründungsjahr des Vereins. Auch Borussia Mönchengladbach, Rot-Weiß Essen und Greuther Fürth haben Ruhestätten für ihre Fans geschaffen, teils als Kolumbarien, teils nahe dem Stadion.

Bei Schalke sind sogar bekannte Persönlichkeiten beigesetzt, darunter Uwe Seeler, eine Ikone des Hamburger SV, und Reinhard „Stan“ Libuda. Die Kosten für Grabstätten variieren stark: Bei Schalke beginnen sie bei etwa 2800 Euro, bei HSV Urnenplätze starten bei 8800 Euro, umfangreiche Pakete kosten bis zu 25.400 Euro inklusive Pflege und Instandhaltung.

Die Nachfrage ist vorhanden, doch viele Fans scheinen das Angebot noch nicht zu kennen. Während in einigen Fällen kostenlose Plätze für sozial schwache Anhänger angeboten werden, zeigt die Entwicklung international, dass diese Form der Vereinstreue weit verbreitet ist. In Argentinien und Brasilien gibt es ähnliche Anlagen, und in Spanien werden Urnen direkt in Stadien aufgestellt. Einige englische Vereine streuen die Asche ihrer Fans sogar auf dem Spielfeld – eine Praxis, die in Deutschland aufgrund der Friedhofspflicht nicht möglich ist.

Die Möglichkeit, dem Verein auch nach dem Tod verbunden zu bleiben, wird offenbar von vielen Fans geschätzt. Ein wachsendes Bewusstsein für diese Angebote könnte die Zukunft der Vereinszugehörigkeit nachhaltig verändern.