Erdbeer-alarm im döbelner tal: hektar unter vlies – preise bleiben stabil
Die Ernte ist da, doch auf Karls Erdbeerhof herrscht Alarm. Über 1000 Helfer kämpfen gegen die Kälte – und die Vliesdecken scheinen nicht das Ende abzusehen.
Döbeln im erdbeer-stress: dürfen die kunden noch auf ihre süßspeise warten?
Döbeln – Die Erdbeer-Saison hat offiziell begonnen, aber die Bedingungen sind alles andere als idyllisch. Auf dem Gelände des Karls Erlebnis-Dorf ist ein wahres Durcheinander herangereicht, während die Preise trotz steigender Kosten stabil bleiben sollen.
Robert Dahl, der Chef der Erdbeerfarm, beschreibt die Lage als “Höllenritt”. Die vergangenen Wochen waren geprägt von dem Notwendigkeit, die 319 Hektar Felder mit Vlies zu schützen, um die Früchte vor dem Einfrieren zu bewahren. Und auch in den kommenden Tagen droht weitere Abdeckung – die Sonne scheint zwar, doch die Temperaturen bleiben niedrig.

Mini-ernte, große hektar: nur 60 kisten am start
Der erste Tag der Ernte brachte lediglich 60 Kisten mit rund 120 Kilogramm Erdbeeren hervor. Diese Menge reicht gerade für den Stand im Erlebnis-Dorf Rövershagen. Doch die Erwartungen sind hoch: Schon in wenigen Tagen könnten es 600 Kisten werden. Das Vermarktungsteam ist in Hochform, und Dahl spricht von einem “Höllenritt”. Die Helfer pflücken gnadenlos, während die Vliesdecken über die Felder wie ein Schutzschild schweben.
Die Verkaufsstände in Döbeln sind bereits aufgebaut – an der A14, auf dem Obermarkt und an der Einfahrt zu Kaufland. Doch der Verkauf erfolgt erst, wenn die Erdbeeren reif und prall sind. Ein wichtiger Faktor ist dabei auch die steigende Kostenlast. Mindestlohn plus 8,8 Prozent, kombiniert mit hohen Spritpreisen, belasten die Produktion mit rund 1,6 Millionen Euro zusätzlich. Doch Dahl beharrt: “Wir wollen die Preise nicht erhöhen, denn die Menschen haben es ohnehin schon schwer genug.”

Sparmaßnahmen und autobahn-geschwindigkeiten
Um die Energiekosten zu senken, hat Dahl angeordnet, dass die Fahrer auf der Autobahn nicht schneller als 110 km/h fahren dürfen. Dies wurde kürzlich durch den Kauf neuer Software für die Logistik unterstützt. Die Stadt Döbeln plant sogar, den geplanten Freizeitpark zu stillen und stattdessen Mittel für Logistik zu verwenden. Die Preise für Butter sind im Supermarkt bereits drastisch gefallen – ein Spiegelbild der aktuellen Marktsituation.
Für Kunden gilt: Die ersten Schälchen mit 250 Gramm Erdbeeren kosten 3,30 Euro. Im Hochsommer sollen sie dann nur noch 8,90 Euro pro Kilogramm kosten. Ein Angebot, das angesichts der aktuellen Herausforderungen kaum zu erwarten war – und sicherlich die Kunden freuen wird. Die Situation ist angespannt, aber Dahl ist entschlossen: “Wir werden die Qualität nicht kompromittieren.”