Drohnen-Gefahr: Sicherheitsbehörden in Deutschland überfordert

Leipzig – Drohnen stellen die deutschen Sicherheitsbehörden vor erhebliche Herausforderungen, obwohl sie relativ klein sind. Seit Ende 2024 recherchiert der Autor Udo Schneider zu Drohnen-Vorfällen in ganz Deutschland. Der jüngste Vorfall in der Nacht am Flughafen Leipzig/Halle verdeutlicht, dass die Behörden dieser Gefahr nicht gewachsen sind.

Innenministerkonferenz und BKA-Auftrag

Die Thematik wurde im Dezember 2024 bei der Innenministerkonferenz durch Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens (SPD) auf die Tagesordnung gesetzt. Ein Ermittler äußerte damals: „Wir wissen nicht, was da oben in der Luft ist, aber wir wissen, dass da etwas in der Luft ist.“ Bereits drei Monate zuvor hatte das Bundesinnenministerium dem Bundeskriminalamt (BKA) den Auftrag erteilt, ein Lagebild „Tatmittel Drohne“ zu erstellen.

Russland als Hauptverdächtiger

Russland als Hauptverdächtiger

Ermittler vermuten, dass Russland hinter den Drohnenflügen steckt, auch wenn es keine konkreten Hinweise auf eine staatliche Steuerung gibt. Häufige Methode sind sogenannte Low-Level-Agents, die für wenige Hundert Euro beauftragt werden, über bestimmte Gebiete zu fliegen.

Gefährdung kritischer Infrastruktur

Gefährdung kritischer Infrastruktur

Es häuften sich Drohnenflüge über kritischer Infrastruktur, darunter Bundeswehrstandorte mit ukrainischen Soldaten, LNG-Terminals und Rüstungsunternehmen, die Munition für den Ukraine-Krieg liefern. Die Bundeswehr spielte die Vorfälle teilweise herunter, betonte aber, dass alles unter Kontrolle sei. In den meisten Fällen konnten Drohnenabwehrsysteme jedoch nicht gegen die Gefahr aus der Luft vorgehen, wie auch im aktuellen Fall in Leipzig.

Ineffektive Drohnenabwehr

Im Fall von Leipzig konnte ein Busfahrer die Bomben-Drohne zum Boden bringen, nicht die Drohnenabwehr. Die Flughafen-Drohnenabwehr erkannte lediglich die zweite Drohne, die anschließend vermutlich mit einem Frachtflieger kollidierte. Öffentlichkeitswirksam wurden Drohnenabwehrzentren beim Bund und in Bayern eingerichtet, Experten warnten jedoch, dass diese primär dem Informationsaustausch dienen und militärisch genutzte Drohnen kaum orten und abfangen können, da diese auf Frequenzen operieren, die von den Abwehrsystemen nicht erfasst werden. Dadurch wird der Öffentlichkeit ein falsches Gefühl von Sicherheit vermittelt.