Chmünster: famnhaus enthüllt jahrhundertealte knochenschichten – ein unerwarteter fund

Auf einem Friedhof, der seit Jahrhunderten die Geschichte bayerischer Urnen zählt, hat ein einzigartiges Projekt die verborgene Geschichte ans Licht gebracht: Im Beinhaus der Urkirche in Chammünster liegen unzählige Knochen, offen sichtbar für jeden Besucher.

Ein zufall als schlüssel zur vergangenheit

Die Fundamente für dieses außergewöhnliche Bild reichen bis ins 12. Jahrhundert zurück. Die Bauweise des Beinhauses, ein Erbe französischer Traditionen, deutet auf eine frühe Entstehung hin. Doch die Geschichte des Ortes war von Vergessenheit und Missbrauch geprägt.

Im Jahr 1556 wurde die St.-Katherinen-Kapelle abgerissen, die direkt über dem Beinhaus stand. Dabei wurden die Eingänge zur Katakombe verschüttet. Jahrzehnte vergingen, bis der Küster Ortwin Müller im Jahr 1820 durch Zufall auf das Gewölbe stieß. Der lokale Küster wollte an gleicher Stelle einen Keller ausheben lassen – und fand stattdessen ein Massengrab.

Schüler enthüllen die geheimnisse

Schüler enthüllen die geheimnisse

Erst 1902 wagten die Schüler der örtlichen Schule unter der Leitung des Pfarrers einen mutigen Schritt: Sie bargen die Knochen und ordneten sie akribisch neu an. Mehrere Wagen voll sterblicher Überreste wurden so wieder sichtbar.

Seit 1965 befindet sich über der Knochenkatarakte das Leichenschauhaus. Doch seitdem kommen keine neuen Gebeine mehr hinzu. Ein stiller Zeuge der Zeit, der uns eine Verbindung zu den Menschen vergangener Jahrhunderte herstellt. Ein seltener Einblick in die Geschichte – und ein Beweis dafür, dass auch Zufälle zu außergewöhnlichen Entdeckungen führen können.