Butter-crash: preisansturm trifft deutsche milchbauern
Die Butterpreise sind in die Hose – und das mit dramatischen Folgen für die deutsche Landwirtschaft. Was lange als Selbstverständlichkeit galt, ist plötzlich eine existenzielle Bedrohung.
Discounter liefern: butter für 1,05 euro
Lidl und Aldi haben den Preiskrieg angefangen: 250-Gramm-Stückchen für sagenhafte 1,05 Euro. Nach jahrelangen Belastungen durch die Discounter ist der Butterpreis endlich wieder in Richtung Untere gegangen. Die Überproduktion in der EU ist nach wie vor die Hauptursache.

Wetter als täter: fett im milchvieh
Das gute Wetter sorgt für eine höhere Milchqualität und damit für einen erhöhten Fettgehalt in der Rohmilch. Das bedeutet: Weniger Milch wird für ein Kilogramm Butter benötigt – und damit ein Preisplus für die Bauern.

Bauern in not: 32 cent pro liter
«Aktuell werden zwischen 5 und 7 Prozent mehr Milch erzeugt», erklärt Hans Foldenauer von der BDM. „Durch den höheren Fettgehalt braucht man für ein Kilogramm Butter weniger Milch.“ Die Lebensmittelhandel und Exporteur nutzen die Situation aus und drücken die Preise weiter. Milchbäuerin Heike Riecken klagt: „Wir bekommen noch 32 Cent für den Liter. Davon können wir nicht leben.“

Politikversagen und preisdruck
Der BDM sieht das als ein massives Politikversagen. Seit Jahren trimmt Brüssel die Landwirtschaft auf Masse. Die Folge: Milchbetriebe gehen pleite, Arbeitsplätze verschwinden und die Dorfkultur wird bedroht. Die Preise sind so niedrig wie vor zehn Jahren – und das trotz der günstigen Produktionsbedingungen.

Die butter-realität: eine bittere ironie
Während Kunden im Supermarkt Butter für einen Bruchteil des Preises kaufen können, kämpfen die Milchbauer ums Überleben. Die Situation ist alles andere als stabil und wirft Fragen nach der Zukunft der deutschen Milchwirtschaft auf. Ein wirtschaftlicher Zusammenbruch ist keineswegs ausgeschlossen.
