Bezos jagt musk im all – bremen als geheimwaffe
Der Wettlauf um die Vorherrschaft im Weltraum nimmt eine dramatische Wendung: Jeff Bezos’ Amazon setzt alles auf den Aufbau eines eigenen Satellitennetzes, um die Ambitionen von Elon Musks Starlink zu kontern. Die Ariane 6, gebaut in Bremen, soll dabei eine entscheidende Rolle spielen.
Der druck ist enorm: amazon muss liefern
Für Amazon ist dieser Start kein Routine-Einsatz. Bezos will mit Amazon Leo ein globales Internet aus dem Orbit erschließen. Tausende Satelliten sollen ab 2028 Hunderte von Flugzeugen der Delta-Flotte versorgen und Vodafone in abgelegenen Regionen Deutschlands, inklusive der Länderschaften im Osten des Landes, mit schnellerem Internet ausstatten. Doch die Konkurrenz ist stark – Starlink ist bereits im Einsatz.
Die US-Regulierungsbehörde FCC droht Amazon mit Sanktionen, wenn die Fristen für den Aufbau nicht eingehalten werden. Bezos’ Unternehmen hat bereits Nachlässe beantragt – jeder erfolgreiche Start zählt doppelt. Der jüngste Fehlschlag von Blue Origin mit der New-Glenn-Rakete hat diese Situation zusätzlich verschärft.

Die werkhalle in bremen: ein hightech-labor
Trotz der Probleme in der Raumfahrt ist die Stimmung in der Werkhalle der ArianeGroup in Bremen hoch. Hier entsteht die Oberstufe der Ariane 6 – das „Gehirn“ des Raketenstarts. Aktuell werden zehn dieser Oberstufen pro Jahr gefertigt. Die präzise Montage der einzelnen Komponenten, die minutiöse Kontrolle der Reinheit der Luft und die strikte Trennung in „weiße“ und „graue“ Bereiche erfordern höchste Präzision.
„Sei schlau, arbeite bei grau“, steht auf einem Zettel an einem etwas verloren wirkenden Schreibtisch. Die Anlage wird von 600 Firmen aus 13 europäischen Ländern bedient – Chips stammen aus Spanien, die Hauptstufe aus Frankreich. Bremen liefert die Oberstufe. Der Vertrag mit Arianespace ist der prestigeträchtigste der Firmengeschichte und umfasst 18 Starts. Pierre Godart, Geschäftsführer der ArianeGroup in Deutschland, betonte: „Ariane ist zurück!“
Doch es geht nicht nur um Prestige. Die Ariane 6 soll in höherem Takt produziert und gestartet werden – bis zu sieben Flüge im Jahr 2026 sind das Ziel. Die Mission beginnt mit dem Start von Amazon Leo mit über 300 Satelliten und soll bis zu 3200 Satelliten umkreisen. Europa gehört damit zu den ersten Regionen, die von der Technologie profitieren werden.

Ein wettlauf, der europa verändert
Die Zusammenarbeit zwischen Amazon und Arianespace ist ein klares Zeichen dafür, dass Europa seine Position im Weltraum nicht aufzugeben braucht. Bezos setzt auf europäische Technologie, um seine Ambitionen zu verwirklichen. Es ist ein Wettlauf um die Vorherrschaft, der nicht nur die USA, sondern auch Bremen im Fokus hat. Und die Welt beobachtet genau, wer den Sieg erringen wird.