Australiens social-media-verbot für kinder: lücken bleiben – und die strafen steigen

Canberra – Trotz des weltweit beachteten Social-Media-Verbots für Kinder unter 16 Jahren, das Australien im Dezember verabschiedete, zeigen sich fast vier Monate später gravierende Schwachstellen. Die australische Regierung ermittelt nun gegen fünf der größten Technologiekonzerne: Facebook, Instagram, TikTok, Snapchat und YouTube. Der Vorwurf: Die Plattformen setzen die Altersbeschränkungen nicht konsequent um.

Plattformen umgehen alterskontrollen – millionen von accounts betroffen

Plattformen umgehen alterskontrollen – millionen von accounts betroffen

Kommunikationsministerin Anika Wells erklärte, die Zahl der Kinder, die weiterhin soziale Medien nutzen, sei besorgniserregend. Die zuständige eSafety-Kommissarin Julie Inman Grant prüft derzeit mögliche Verstöße. Bis Anfang März wurden rund fünf Millionen Accounts gelöscht, gesperrt oder eingeschränkt, doch viele Minderjährige nutzen die Plattformen weiterhin. Der erste Behördenbericht deckte inakzeptable Systeme auf, mit denen Nutzer die Alterskontrollen immer wieder umgehen.

„Die Art von Taktiken, die wir bei Social-Media-Plattformen sehen, um Australiens weltweit führendes Gesetz zu unterlaufen, stammen direkt aus dem Drehbuch der Big-Tech-Konzerne“, betonte Ministerin Wells. Der Bericht zeigt, dass die Unternehmen offenbar versuchten, „mit dem absolut Nötigsten davonzukommen“.

Bis zu 49,5 Millionen australische Dollar (ca. 29,5 Millionen Euro) drohen den Unternehmen pro systematischem Verstoß. Zehn Plattformen sind betroffen, darunter auch Reddit und X. Das Gesetz, das am 10. Dezember 2025 in Kraft trat, sollte Kindern ihre Kindheit zurückgeben und sie vor Cybermobbing und verstörenden Inhalten schützen. Mehrere europäische Länder ziehen nun nach.

Die Strafen sind hoch. Die australische Regierung will mit diesem Schritt ein Zeichen setzen. Die Unternehmen haben nun wenig Spielraum für Ausreden. Die Konsequenzen für Verstöße sind klar: Finanzielle Strafen, die die Geschäftstätigkeit der Tech-Giganten erheblich belasten könnten.

Die hohen Geldstrafen signalisieren, dass Australien nicht bereit ist, Kompromisse bei der Sicherheit seiner Kinder einzugehen. Die Zukunft des digitalen Kinderschutzes wird davon abhängen, wie konsequent diese Maßnahmen umgesetzt werden.