300 Jahre leiberfest in roggenburg: einzigartiger brauch feiert jubiläum
In Bayern, wo es sonst meist gemütlich zugeht, gibt es in Roggenburg ein Fest, das nicht zum gewohnten Bild passt: Das Leiberfest. Hier werden alle vier Jahre die sterblichen Überreste von vier Heiligen durch die Straßen getragen. Dieses Jahr, am 15. August, markiert ein besonderes Ereignis: 300 Jahre diese Tradition.
Die geschichte des leiberfests
Die Geschichte des Leiberfests geht zurück ins 17. Jahrhundert, als man anfing, Heiligenreliquien zur Schau zu stellen. Das Kloster Roggenburg, das das Fest organisiert, feiert selbst in diesem Jahr sein 600-jähriges Bestehen. Gegründet wurde es 1126 von Graf Bertold von Bibreck und verbreitete sich später bis in die Schweiz.
Der Brauch, Reliquien zu präsentieren, war damals eine Möglichkeit, dem allgegenwärtigen Tod die Schärfe zu nehmen. Heute beginnt der Tag des Leiberfests mit einem Patroziniumsgottesdienst, gefolgt von einem Umzug mit Musikern und Standarten.

Die prozession der heiligen
Die Prozession ehrt die Heiligen Laurentia, Severina, Valeria und Venantius. Ihre Überreste, die seit 1722 im Kloster zu Hause sind, werden festlich geschmückt und durch die Straßen getragen. Junge Mädchen tragen die weiblichen Heiligen, während junge Männer Venantius schultern. Doch nicht immer gibt es genug Freiwillige, um alle Schreine zu transportieren.
Ein besonderer Teil der Prozession ist der Edelknabe, der die Prozession anführt – eine Tradition, die auf die Klosterstifter zurückgeht. Die Träger der Schreine müssen sicherstellen, dass die Reliquien unversehrt bleiben.
Traditionell endet das Leiberfest im Klosterbiergarten mit Speis und Trank. Laut