Sensationell! 'das schlachtross potemkin' feiert jahrhundertjubiläum – ein film, der die welt veränderte!
Ein cineastisches meisterwerk kehrt zurück
Moskau bebt! Nach einem Jahrhundert ist es wieder so weit: Serguei Eisensteins bahnbrechendes Werk 'Das Schlachtross Potemkin' erlebte eine triumphale Wiederbelebung. Der mutige Film, der auch heute noch in Schwarz-Weiß und stumm sein volles Wirkung entfaltet, fesselt das Publikum aufs Neue. Naum Kleiman, der weltweit führende Experte für Eisenstein, betonte: 'Dieser Film hat bewiesen, dass Kino mehr ist als bloße Unterhaltung – er ist eine Kunstform!'
Die propagandaregelie und die überraschende wirkung
Paradoxerweise beauftragte die sowjetische Regierung Eisenstein ursprünglich mit einem Propagandafilm zur Feier des 20. Jahrestags der Revolution von 1905. Was folgte, war ein Werk, das weit über die ursprünglichen Erwartungen hinausging. Die Premiere im Goskinoteatr (heute ein angesehenes Kino) im Januar 1926 war ein sofortiger Erfolg, der kaum jemand vorhergesehen hatte. 'Das Schlachtross Potemkin' brach mit allen Konventionen und verzichtete auf den typischen Helden, Abenteuer oder eine Liebesgeschichte.
Der held ist das volk!
Anstatt Douglas Fairbanks, dem Star der damaligen Zeit, stand hier das Volk selbst im Mittelpunkt. Kleiman erklärt: 'Die Zuschauer waren bereit zu glauben, dass der Held nicht eine einzelne Person wie Lenin oder Stalin war, sondern das Volk selbst, der wahre Motor der Geschichte – eine Überzeugung, die Eisenstein fest vertreten hat.' Diese Botschaft fand großen Anklang und sorgte für lange Schlangen vor den Kinos.
Ein jahrhundert später: begeisterung pur!
Auch heute, trotz eisiger Temperaturen, strömten Hunderte von Mitschauern auf den Arbat-Platz, um das historische Ereignis mitzuerleben. 'Es ist ein unglaublich innovativer und technisch präziser Film', lobt Kleiman nach der Vorstellung. Die Wiederentdeckung des Films ist nicht nur ein Fest für Cineasten, sondern auch eine Erinnerung daran, wie Kunst die Gesellschaft prägen kann.
Eine ewige mahnung gegen den krieg
Der Film ist mehr als nur Unterhaltung – er ist eine eindringliche Mahnung gegen die Sinnlosigkeit des Krieges. 'Es ist wichtig, dass diese Probleme bis heute aktuell sind. Wir töten uns immer noch gegenseitig. Obwohl wir alle das Wort 'Brüder' kennen, nutzen wir es selten', so Kleiman. Die Botschaft ist klar: 'Solange die Menschen sich nicht daran erinnern, dass das Töten der größte Sünde ist, wird dieser Film relevant bleiben.'
Die legendäre treppenszene und ihre bleibende wirkung
Die Szene auf der Treppe von Odessa ist legendär und wurde von unzähligen Regisseuren wie Hitchcock, Allen, Kurosawa und Tarantino zitiert. Die restaurierte Version mit Dmitri Schostakowitschs Musik verstärkt die emotionale Wirkung. Die unerbittliche Szene, in der eine Kinderwagen die Stufen hinunterrollt, ist ein erschütterndes Symbol für die Opfer des Krieges. 'Das Schlachtross Potemkin' hat das Kino revolutioniert und beeinflusst Filmemacher bis heute. Eisenstein und sein Kameramann Eduard Tisse erfanden quasi den 'Travelling' – eine bahnbrechende Technik!
Censur, propaganda und ein farbenfroher twist
Der Film hatte eine bewegte Geschichte, wurde sowohl in der Sowjetunion (der ursprüngliche Trotzki-Text wurde durch einen von Lenin ersetzt) als auch im Westen zensiert. Um seinen propagandistischen Zweck zu erfüllen, wurde die sowjetische Flagge – ursprünglich schwarz-weiß – in der Postproduktion gefärbt. Ein Beweis dafür, wie politische Agenden die Kunst beeinflussen können. 'Das Schlachtross Potemkin' bleibt ein unvergessliches Kinoerlebnis und ein Spiegelbild der Menschheit.
