Schockmeldung! zugstrecke mit alvia-unfall betroffen: geschwindigkeitsbegrenzung verhängt!

Dramatische entwicklung auf der strecke ourense-santiago

Ein erneuter Schock geht durch Spanien: Auf der Zugstrecke zwischen Ourense und Santiago, dem Ort des verheerenden Alvia-Unfalls vor 13 Jahren, wurde die Höchstgeschwindigkeit drastisch reduziert. Adif, der spanische Eisenbahninfrastrukturmanager, hat eine vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung von 220 km/h auf einem 28 Kilometer langen Abschnitt eingeführt. Die Maßnahme löste sofort Besorgnis und Fragen aus, insbesondere angesichts der tragischen Vergangenheit dieser Strecke.

Warnungen von lokführern als auslöser

Warnungen von lokführern als auslöser

Der Grund für die Geschwindigkeitsreduzierung liegt laut Berichten von Lokführern in Mängeln an der Streckengeometrie, insbesondere an den Dehnungsfugen. Zwischen dem Kilometerpunkt 56,200 und 84,200 müssen die Züge nun langsamer fahren. Adif bestätigte, dass dies im Rahmen des Sicherheitsverfahrens erfolgt, bei dem bei Vibrationen automatisch eine vorübergehende Geschwindigkeitsbegrenzung angeordnet wird. Die Wartungsteams überprüfen die Strecke in der Regel nachts, wenn kein Zugverkehr stattfindet.

Ein bitteres déjà-vu: der alvia-unfall von 2013

Der Erinnerung an den verheerenden Alvia-Unfall vom 24. Juli 2013 wird nun erneut wachgerufen. Bei dem Unglück, das drei Kilometer vor Santiago in der gefährlichen Kurve „A Grandeira“ geschah, entgleisten ein Hochgeschwindigkeitszug und 80 Menschen kamen dabei ums Leben, 143 wurden verletzt. Damals fuhr der Lokführer in der Kurve von 200 auf 80 km/h – ohne das fortschrittlichste Sicherheitssystem, ERTMS, welches einen solchen Fehler hätte verhindern können.

Gerichtsurteil nach langer durststrecke

Die juristische Aufarbeitung des Unfalls zog sich über viele Jahre hin. Erst im Juli 2024 fiel das Urteil des Strafgerichts von Santiago, elf Jahre nach Beginn der Ermittlungen und fast 12,5 Jahre nach dem eigentlichen Unfall. Der Lokführer und der ehemalige Sicherheitsdirektor von Adif wurden wegen fahrlässiger Tötung verurteilt, für überhöhte Geschwindigkeit und das Fehlen einer Risikobewertung. Der Fall zeigt die anhaltende Sensibilität rund um die Sicherheit im spanischen Bahnverkehr.

Vorübergehende geschwindigkeitsbeschränkungen: ein standardverfahren?

Adif betont, dass vorübergehende Geschwindigkeitsbeschränkungen (LTV) ein Standardverfahren sind, das regelmäßig als Vorsichtsmaßnahme bei verschiedenen Umständen angewendet wird – sei es bei Bauarbeiten, schlechtem Wetter oder festgestellten Mängeln. Das Ministerium für Verkehr erklärt, dass diese Beschränkungen in der Regel stündlich aktualisiert werden. Im Jahr 2025 wurden 2.144 LTVs verhängt, leicht weniger als im Vorjahr. Das zeigt aber auch, dass die Infrastruktur unterliegt ständigen Überprüfungen.

Debatte über den zustand des spanischen eisenbahnnetzes

Die aktuelle Maßnahme fällt in eine hitzige Debatte über den Zustand des spanischen Eisenbahnnetzes, die durch weitere Unfälle, wie die Tragödien in Adamuz (Córdoba) und Gelida (Barcelona), angeheizt wurde. Kritiker fordern eine umfassende Überprüfung und Modernisierung der Infrastruktur, um künftig solche Katastrophen zu verhindern. Die Frage ist: Sind die aktuellen Sicherheitsmaßnahmen ausreichend, oder braucht es grundlegende Veränderungen?

Zahlen und fakten zum unfall von angrois

DetailWert
Datum des Unfalls24. Juli 2013
Ort des UnfallsKilometerpunkt 84,413, Kurve „A Grandeira“
Tote80
Verletzte143
Geschwindigkeitsbegrenzung nach dem Unfall220 km/h (vorübergehend)