Sahara-aktivistin aminatou haidar wird am flughafen aufgehalten – ein skandal!
Ein dramatischer vorfall in dajla
Die saharauische Aktivistin Aminatou Haidar ist am Flughafen Dajla (Westsahara) auf der Reise nach Madrid aufgehalten worden. Laut eigenen Angaben soll sie einem „diskriminierenden“ körperlichen Check unterzogen werden, den sie ablehnte. Die Situation eskaliert, und Haidar musste ihre Reise abbrechen. Was steckt hinter diesem Vorfall, und welche Auswirkungen hat er auf die politische Lage im Westsahara?
Die version der aktivistin
Haidar berichtet, dass sie zusammen mit ihrer Tochter am Mittwoch den Flughafen Dajla erreichte, um mit Ryanair nach Madrid zu fliegen. Nach erfolgreichem Passieren der üblichen Kontrollen wurde sie und ihre Tochter angeblich für eine halbe Stunde aufgehalten. Eine hinzugezogene Polizistin verlangte einen körperlichen Check in einem separaten Raum. Haidar lehnte ab, da sie alle Kontrollen bereits problemlos bestanden hatte und den Vorgang als diskriminierende Behandlung empfand.
Marokkos darstellung: routinekontrolle
Marokkanische Quellen hingegen sprechen von einer „üblichen Routinekontrolle“, die in allen Flughäfen durchgeführt werde. Demnach soll Aminatou Haidar sich geweigert haben, dieser Kontrolle Folge zu leisten, die vor der Grenzüberschreitung durchgeführt wird. Eine anonyme Quelle betonte, dass sie weiterhin frei reisen könne und keinerlei Einschränkungen unterliege. Doch ist das wirklich die ganze Wahrheit?
Eine lange geschichte der proteste
Aminatou Haidar ist eine bekannte Figur im Kampf für die Unabhängigkeit des Westsahara. Sie ist eine der historischen Kämpferinnen für die Unabhängigkeit und Gründerin der Instancia saharaui. Im Jahr 2009 sorgte sie mit einem Hungerstreik am Flughafen Lanzarote (Spanien) für weltweite Aufmerksamkeit, um gegen ihre Ausweisung aus El Aaiún und die Beschlagnahmung ihres Reisepasses durch die marokkanischen Behörden zu protestieren. Dieser Vorfall ist nur ein weiteres Kapitel in ihrer langen Geschichte des Widerstands.
Vigilante-verdacht und eingeschränkte freiheit
Nach dem gescheiterten Versuch, nach Madrid zu fliegen, kehrte Haidar mit ihrer Tochter in ihr Haus in Dajla zurück. Sie berichtet von „ständiger Überwachung“ durch die marokkanischen Behörden. Dies verstärkt den Verdacht, dass die vermeintliche Routinekontrolle in Wahrheit eine gezielte Maßnahme sein könnte, um ihre Bewegungsfreiheit einzuschränken und ihre politische Arbeit zu behindern. Ist dies ein weiterer Versuch, die Stimme der Sahrawi zum Schweigen zu bringen?
Internationale reaktionen und die zukunft
Der Vorfall hat bereits für internationale Besorgnis gesorgt. Menschenrechtsorganisationen fordern Aufklärung und eine transparente Untersuchung des Geschehens. Die Frage ist, ob dieser Zwischenfall die ohnehin schon angespannte politische Lage im Westsahara weiter verschärfen wird. Wird Aminatou Haidar es dennoch schaffen, nach Madrid zu reisen, und wie wird sich die internationale Gemeinschaft verhalten?
