30 Jahre arafat: ein traum zerbricht – was aus palästina wurde?

Ein vermächtnis der hoffnung und des scheiterns

Vor 30 Jahren wählte das palästinensische Volk Yasser Arafat zum Präsidenten der Palästinensischen Autonomiebehörde (PA). Ein Moment der euphorischen Hoffnung! Über 88% der Stimmen sprachen für einen Mann, der den Traum von einem eigenen Staat in den Herzen vieler Palästinenser entfachte. Doch was ist aus diesem Traum geworden? Die Realität sieht heute düsterer aus als je zuvor, und die einst so vielversprechenden Oslo-Abkommen scheinen nur ein strategisches Spiel Israels gewesen zu sein.

Die illusion der zwei-staaten-lösung

Hamada Jaber, ein Analyst für palästinensische Angelegenheiten, spricht Klartext: “Die Zwei-Staaten-Lösung ist vom Tisch.” Er kritisiert die internationale Gemeinschaft scharf, die seiner Meinung nach Israel strategisch Zeit verschafft habe, während sie Fakten auf dem Boden schafft. Die Siedlungspolitik Israels hat sich seit dem Mord an Isaac Rabin dramatisch verschärft. Die Anzahl der Siedler in Cisjordania und Ost-Jerusalem hat sich vervielfacht – von rund 250.000 im Jahr 1993 auf über 700.000 heute! Ein alarmierendes Zeichen der Eskalation!

Das schwächelnde erbe der plo

Die PA, gegründet 1993 im Rahmen der Oslo-Abkommen, hat laut Jaber nicht nur die Rolle der PLO untergraben, sondern auch die Beziehung zum palästinensischen Volk selbst belastet. Arafat und seine Nachfolger haben das Ziel eines unabhängigen palästinensischen Staates nicht verwirklichen können. Die Frage ist: Sind die Institutionen der PA wirklich auf Unabhängigkeit ausgelegt, oder dienen sie eher als Instrument der Kontrolle und des Stillstands?

Mahmud abbas: ein präsident im zwielicht

Nach Arafats Tod im Jahr 2004 übernahm Mahmud Abbas das Präsidentenamt. Obwohl er bis heute im Amt ist, wird er in Umfragen von der Mehrheit der Palästinenser abgelehnt. Viele sehen in ihm eine Marionette Israels und der USA, an der Spitze einer korrupten und festgefahrenen Institution. Ein trauriges Bild für ein Volk, das nach Selbstbestimmung schreit!

Der fatale besuch sharons in jerusalem

Ein Wendepunkt kam im September 2000, als Ariel Sharon die Al-Aqsa-Moschee besuchte – ein Akt der Provokation, der als Auslöser der zweiten Intifada diente. Arafat warnte damals: “Dies ist ein gefährlicher Prozess gegen die heiligen islamischen Stätten.” Der verzweifelte Aufstand war Ausdruck der wachsenden Frustration über gescheiterte Friedensgespräche und die Erkenntnis, dass die Oslo-Abkommen keine Lösung brachten.

Ein bitteres fazit nach 30 jahren

Jaber fasst es zusammen: “Die Situation der Palästinenser ist heute schlechter als vor 30 Jahren.” Er schiebt die Schuld auf alle Beteiligten: die palästinensischen Führer, die israelische Regierung und insbesondere die internationale Gemeinschaft, allen voran Europa. Die einst so vielversprechende Hoffnung auf einen eigenen Staat scheint in den Wirren des Konflikts und des politischen Kalküls zu zerbrechen. Ein trauriges Kapitel der Geschichte!

Die zukunft palästinas: ein ungewisser weg

Die Frage, wie es weitergehen soll, bleibt offen. Wird sich die internationale Gemeinschaft endlich für eine gerechte Lösung einsetzen? Oder wird der Konflikt weiter eskalieren, die Region destabilisieren und das palästinensische Volk in seiner Notlage zurücklassen? Die Zeit drängt, denn die Geduld des Volkes ist am Ende.

JahrEreignis
1993Oslo-Abkommen
1996Wahl von Yasser Arafat zum Präsidenten der PA
2000Besuch Sharons in der Al-Aqsa-Moschee, Beginn der zweiten Intifada
2004Tod von Yasser Arafat
2005Wahl von Mahmud Abbas zum Präsidenten